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Unverhüllter Datenschutz – Snowdens Vermächtnis

von VPNHaus | 29.09.2016 |Encryption, Privacy

„Wir, die Öffentlichkeit, sind an einem Punkt angelangt, wo wir nicht mehr viele Möglichkeiten haben, um zu beeinflussen, inwiefern eine Kultur der Massenüberwachung zum Standard wird.“

Nach dem Kinostart von Oliver Stones jüngster Filmbiographie „Snowden“ bringen uns diese von Edward Snowden selbst gesagten Worte in Erinnerung, was ihn zu seinem umstrittenen Handeln im Namen des Datenschutzes getrieben hat.

Vor drei Jahren beschloss Snowden, gegen die Behörden, bei denen er beschäftigt war, moralisch Stellung zu beziehen und aufzudecken, wie die USA sich insgeheim selbst unter dem Vorwand der Sicherheit in einen Überwachungsstaat verwandelt hatte.

Noch immer leben wir mit den Konsequenzen. Bei seinen Reden auf den Konferenzen Black Hat und DefCon im August behauptete Dan Kaminsky, ein erfahrener Experte im Bereich der technischen Sicherheit, dass „die Hälfte aller Amerikaner aufgrund ihrer Ängste um Sicherheit und Datenschutz vor der Nutzung des Internets zurückschrecken“.

Angesichts dieser Umstände war es für Unternehmen noch nie zuvor so wichtig, sämtliche ihnen zur Verfügung stehenden Maßnahmen auszuschöpfen, um Geheimhaltung und Vertraulichkeit ihrer Daten zu gewährleisten.

Die gute Nachricht: Virtual Private Networks (VPNs) haben die Zeit überdauert und bleiben weiterhin eine bewährte Hilfe im Zusammenhang mit dem Datenschutz im Internet.

Verlorene Unschuld

Der Gedanke, die Ära des Internets vor Snowden wäre ein Zeitalter der Unschuld gewesen, liegt nahe. Eine virtuelle Welt, in der Verbraucher sich unbeobachtet umsehen und Unternehmen vertraulich 24 Stunden pro Tag in der globalisierten Wirtschaft Handel treiben konnten.

So war es natürlich nie.

Die Bösen mit ihren Betrügereien und ihren Hacker-Angriffen waren nie weit weg. Google, Facebook und andere behielten das Surfverhalten der Nutzer im Auge, sodass sie diese gezielt mit Werbung bombardieren konnten.

Jedoch hatte man zumindest die Illusion, dass das Internet dem einfachen, gesetzestreuen Bürger einen gewissen Grad an Anonymität bot.

Im Jahr 2013 wurde diese Illusion brutal zerstört, als Edward Snowden beschloss, Journalisten detaillierte Informationen über das Programm zur Massenüberwachung der amerikanischen Behörden – bekannt als PRISM – auszuhändigen.

Seit dieser Zeit ist die Öffentlichkeit geteilter Meinung über das Trade-off zwischen Sicherheitsbedürfnissen und Datenschutz. Befürchtungen im Zusammenhang mit der staatlichen Überwachung bleiben ein Thema. Allerdings bestehen auch erhebliche Bedenken in Bezug auf die Erhebung, Verwendung und Speicherung persönlicher Daten.

Im Allgemeinen akzeptiert die Öffentlichkeit das Erfordernis seitens der Regierung zur Überwachung der Internetaktivitäten von Nationalstaaten und einzelnen, den Behörden bekannten Verdächtigen. Dennoch: Laut einer Untersuchung des Pew Research Center sagten 57 Prozent der Befragten, es sei inakzeptabel, dass die Regierung die Kommunikation gewöhnlicher amerikanischer Bürger überwache.

Ferner haben etwa 86 % der Internetnutzer online Schritte zur Löschung beziehungsweise Verschleierung ihrer digitalen Spuren unternommen. Weitaus mehr Nutzer würden dies tun, wissen jedoch nicht, dass es dafür geeignete Tools gibt.

Sicherheitsexperten wie Mikko Hyppönen vom Unternehmen F-Secure, einem Anbieter von IT-Sicherheitslösungen, geben zu, dass es den Datenschutz, so wie wir ihn einst kannten, nicht mehr gibt. Er führt an, dass jeder ständig Ortungsgeräte dabei hat und auf diese Weise jeder von uns besuchte Ort erfasst und gespeichert wird. Zum Thema „Kampf um den Datenschutz“ sagt er: „Den haben wir bereits verloren.“

Die Wirtschaft schlägt zurück

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die aus PRISM hervorgingen, war die Zwangsbeteiligung großer Technologiekonzerne am Spionageprogramm der U.S. National Security Agency (NSA). Man befürchtete, dies würde ihrem Ansehen im Ausland unsäglichen Schaden zufügen.

Die Enthüllung wirkte wie ein kollektiver Ruck in der Technologiebranche.

Mittlerweile, drei Jahre nach Snowdens ersten Enthüllungen, haben Unternehmen wie Apple, Google, Microsoft und Facebook allesamt die Verschlüsselung sowie weitere Sicherheitsaspekte ihrer Dienste gehärtet. Gleichzeitig zählen sie inzwischen zu den größten Verfechtern des Verbraucherdatenschutzes.

Apple beispielsweise rüstete seine Betriebssysteme für Mobilgeräte mit einer stärkeren Verschlüsselung aus. Außerdem zeigte sich das Unternehmen allgemein sehr entschlossen, sich den Forderungen des FBI und der Gerichte entgegenzusetzen. Diese hatten nach dem Anschlag in San Bernadino eine Hintertür in den Systemen gefordert.

Verschlüsselung ist nun ein Reizthema.

Einerseits haben US-Senatoren wie Richard Burr und Dianne Feinstein einen Gesetzentwurf vorgestellt, der sämtlichen Technologieunternehmen die Entschlüsselung von Kundendaten vorschreibt, sollte ein Gericht dies verlangen. Sie argumentieren, Behörden „müssen wissen, wenn Terroristen die Tötung von Amerikanern planen“.

Andererseits prangern Technologieunternehmen diese Maßnahme mit der Begründung an, dass sie den sicherheitstechnischen Fortschritt gefährde, den die Unternehmen bisher erzielt haben. Insbesondere unterminiere sie die Verschlüsselung, die unerlässlich für die Zukunft der schnell wachsenden digitalen Wirtschaft in Amerika sei.

VPN als Zuflucht

Jeder Leser, dem es lieber wäre, der Staat würde seine geschäftlichen Transaktionen nicht ausspionieren, sollte die Verwendung eines unternehmenstauglichen VPN erwägen. VPNs können im Unternehmen dazu beitragen, die Vertraulichkeit sensibler Verbindungen mit Kunden oder externen Mitarbeitern zu wahren.

Unbefugte Außenstehende – einschließlich der NSA – können außer dem VPN-Provider und seiner IP-Adresse nichts sehen. Die gesamte Kommunikation über VPN ist privat – egal, ob es sich um Transaktionsdaten, Kundendaten, Kreditkarteninformationen oder sensible Arbeitsdateien handelt.

Das Vermächtnis Edward Snowdens besteht alles in allem darin, dass der Deckmantel des Datenschutzes, den wir vielleicht vor 2013 beim Surfen durch das Internet gefühlt haben mögen, abgenommen wurde. Stattdessen bleiben wir mit einem Gefühl von Misstrauen und offener Verwundbarkeit zurück.

Snowden selbst ist aktuell Thema einer lauten Debatte zwischen jenen, die ihn im Gefängnis sehen möchten, und jenen, die seine Begnadigung fordern.

Wie auch immer die Dinge sich entwickeln, Unternehmen können sich mit der Tatsache trösten, dass VPNs ein wichtiges Tool für den Schutz der Privatsphäre bei der Internetkommunikation bleiben werden.

Aus dieser Tatsache schöpfen wir neuen Mut. Unterdessen ist es angebracht, Edward Snowden das letzte Wort zu lassen: „Datenschutz steht den Machtlosen zu, nicht den Machthabern. Wir hatten ihn verloren, ohne es zu wissen.“

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