English

Cybersecurity ist nicht generationsabhängig: Warum Millennials vielleicht nicht die technischen Hoffnungsträger der Zukunft sind

Young woman with laptop

von VPNHaus | 19.11.2015 |IT policy


Millennials – Von sämtlichen Annahmen und Vorstellungen, die man mit ihnen in Verbindung bringt, ist eine der häufigsten, dass Millennials ausgenommen versiert im Umgang mit Computern und Technik sind. Schließlich handelt es sich um die erste Generation, die zunächst mit Computern und dem Internet und jetzt auch mit Smartphones, Tablets und Always-On-Konnektivität aufwächst.

Daher ist es nicht überraschend, dass Regierungen auf diese Digital Natives, die sich quasi ganz der Technologie verschrieben haben, als Retter der Cybersecurity bauen. Ein profundes Verständnis der aktuellen Bedrohungslandschaft sowie die zur Implementierung der besten Defense-in-Depth-Maßnahmen gegen solche Bedrohungen notwendigen technischen Kenntnisse: Wer könnte dies besser unter Beweis stellen als die erste 24/7-Tech-Generation?

Bedauerlicherweise ist das wohl nicht mehr als ein Wunschtraum, sollte eine neue Umfrage als Indiz gelten.

In diesem Zusammenhang wurde von der National Cyber Security Alliance (ein gemeinnütziges Bündnis zur Förderung von Internetsicherheit und Datenschutz) und dem Unternehmen Raytheon ein Bericht mit dem Titel „Securing our Future: Closing the Cybersecurity Talent Gap” (Sicherheit für unsere Zukunft: Wie schließen wir die Talentlücke im Bereich Cybersecurity?) veröffentlicht. In diesem wird festgestellt, dass bei Millennials weltweit eine beachtliche Kenntnislücke in Bezug auf Cybersecurity existiert. Dies gilt insbesondere bei Befragten im Alter zwischen 18 und 26 Jahren, die aus Ländern wie den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Japan stammen. Trotz der Annahme, dass Millennials von Natur aus prädestiniert dafür sind, die Best Practices im Bereich Cybersecurity zu erlernen und umzusetzen – ebenso wie für eine berufliche Karriere im Internetbereich – scheinen viele von ihnen erschreckend schlecht informiert. Dies sind lediglich ein paar der Umfrageergebnisse:


  • Nahezu 80 Prozent der Befragten hatten zuvor noch nicht mit einem Cybersecurity-Experten gesprochen oder aber waren sich nicht sicher, ob sie das getan hatten.

  • 69 Prozent der Befragten hatten nicht das Gefühl, dass ihre High-School-Computerkurse sie auf eine Karriere im Bereich Internet vorbereitet hatten.

  • 67 Prozent der Befragten gaben an, sie hätten im vergangenen Jahr nichts über irgendwelche Cyberangriffe in den Nachrichten gehört.

  • Zwei Drittel der Befragten sagten, ihre High-School- oder Beratungslehrer hätten nie das Thema einer beruflichen Laufbahn im Bereich Internet angesprochen.

Colonel Todd Glanzer, leitender Offizier im Bereich Internetstreitkräfteentwicklung der amerikanischen Luftwaffe, wies gegenüber dem Magazin Nextgov darauf hin, dies sei derselbe Kandidatenkreis, aus denen Militär und Regierung Arbeitskräfte rekrutierten. Mit anderen Worten: Die Zukunft von Cybersecurity-Experten liegt in den Händen einer Generation, die trotz ihrer Technikaffinität völlig fern der heutigen Realität von Internetbedrohungen und Sicherheitspraktiken ist.
Sieht diese Kompetenz- und Wahrnehmungslücke auf dem Papier auch besorgniserregend aus, so macht sie doch in ernüchternder Weise darauf aufmerksam, dass es keine Altersgrenze gibt, wenn es um Defense-in-Depth-Sicherheitsmaßnahmen geht. Millennials sind keine Patentlösung für die Internetsicherheit – genauso wenig wie vermutlich die Generation Z.
Remote Access VPNs, Verschlüsselung und Firewalls sind vielleicht nicht neu oder sexy. Aber anders als die jungen, unerfahrenen Millennials haben sich diese Lösungen immer wieder als vertrauenswürdige und zuverlässige Basis des Cybersecurity-Managements bewährt. Überdies sind es Methoden, die sofort von jedermann, gleich welchen Alters, angewendet werden können.
Sie müssen nicht darauf warten, dass die Millennials erwachsen werden und die Kontrolle Ihrer Cybersecurity in die Hand nehmen. Und sie sollten dies auch nicht tun, wie der Bericht deutlich zeigt.
Lesen Sie mehr:
IT-Sicherheit? Der Staat mahnt – hilft aber kaum
Cybersecurity Awareness Month: Was er uns lehrt und was wir für das kommende Jahr erwarten können

Diese Webseite verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies, um Inhalte zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

OK