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Kein Remote Access mehr: Reddit fordert Mitarbeiter zum Umzug bis Jahresende auf

von VPNHaus | 04.11.2014 |IT policy, Rethink Remote Access, VPN

Noch vor einem oder zwei Jahrzehnten wäre es unvorstellbar gewesen, dass sich in Zukunft Arbeitnehmer darüber ärgern, wenn ihr Arbeitgeber von ihnen verlangen würde, mit den übrigen Teammitgliedern im gleichen Büro zu arbeiten. Allerdings wäre wiederum auch das BYOD-Konzept undenkbar gewesen – genauso wie die Idee, Arbeitnehmer könnten sogar außerhalb des Büros, etwa im Home Office oder im Café arbeiten, ohne etwas zu verpassen.

Genau das jedoch ist im letzten Monat passiert: Reddit, die selbsternannte „Titelseite des Internets“ verkündete, seine Arbeitnehmer wären bald dazu aufgefordert, in der Unternehmenszentrale in San Francisco zu arbeiten. Anderenfalls würden sie entlassen.

Reddit-CEO Yishan Wong erklärte, die Änderung diene dazu, „zum Zwecke optimaler Teamarbeit das ganze Team unter ein Dach zu bekommen.“ Überraschend ist diese Aussage sicherlich nicht. Ähnliches hört man für gewöhnlich von Führungskräften, welche auf Richtlinien für Telearbeit verzichten.

Die gleiche Begründung kam von Yahoo-Mitarbeitern, als das Unternehmen vor knapp zwei Jahren ähnliche Änderungen an seinen Richtlinien für Telearbeit vornahm. Als Grund für diese Änderungen wurde die Notwendigkeit genannt, „Seite an Seite zu arbeiten“ (Zitat), um Kommunikation und Zusammenarbeit von Mitarbeitern zu fördern. Kritische Reaktionen von Reddit-Mitarbeitern und anderen Mitgliedern der Techie-Gemeinde folgten ebenso rasch und entschlossen, wie zu Beginn 2013 die Reaktionen auf die Yahoo-Änderungen.

Dennoch: Für jedes Unternehmen wie Reddit und Yahoo, die sich dem Trend zu Telearbeit widersetzen, gibt es auch viele andere Beispiele für Unternehmen, die Telearbeit mit großer Begeisterung aufgenommen haben.

Telearbeit für alle – und alle profitieren

Automattic, das Internet-Unternehmen hinter WordPress, hat ungefähr 300 Mitarbeiter. Für ein Technologieunternehmen ist das fast nichts im Vergleich zu Unternehmen wie Google (52.000 Mitarbeiter), Facebook (7.000 Mitarbeiter), Yahoo (12.000 Mitarbeiter) und Amazon (132.000 Mitarbeiter). Trotzdem nutzt Automattic das Potential seiner etwas unterdimensionierten Belegschaft optimal. Dank der großzügigen Telearbeitspolitik des Unternehmens arbeiten lediglich eine Handvoll Mitarbeiter tatsächlich in Automattics Zentrale in San Francisco. Der Rest der Mitarbeiter ist in über 150 verschiedenen Städten auf der ganzen Welt verteilt.

Gründer Matt Mullenweg erklärte die Einstellung seines Unternehmens zu Telearbeit so: „Wir sind gegen Bürozwang, dafür lieber standortunabhängig.“ Mitarbeiter können immer noch in Kollokationsräumen zusammen arbeiten, sollten sie das Bedürfnis nach persönlicher Interaktion verspüren. Zur Förderung der Kameradschaft veranstaltet Automattic jedes Jahr das jährliche „Grand Meetup“, welches jedes Mal an einem anderen Ort stattfindet. Somit können alle Mitarbeiter Zeit zusammen verbringen.

Würde Mullenweg gefragt, ob er ähnliche Bedenken gegenüber Telearbeit hat wie Yahoo-CEO Marissa Meyer oder Yishan Wong von Reddit, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen von Telearbeit auf Produktivität und Unternehmenskultur, so würde er sein Konzept der vorrangig virtuellen Zusammenarbeit verteidigen.

Produktivitätsminderung? Mitarbeiter, welche virtuell zusammenarbeiten, werden nicht durch zeitraubende Gespräche an der Kaffeemaschine abgelenkt. Beeinträchtigung von Kultur und Zusammenarbeit? Online-Chats und Video-Technologien sind so weit entwickelt, dass Teamarbeit eigentlich nicht durch physikalische Entfernungen beeinträchtigt wird. Darüber hinaus gibt es keine Mietverträge und es muss kein Büromaterial gekauft werden.

Denkt Ihr Unternehmen über die Einführung einer Telearbeitspolitik aus den obengenannten Gründen nach, muss letztendlich sichergestellt werden, dass es einen Plan für sicheren Remote Access gibt.

Remote Access ohne Risiko: Die Grundlagen

Externe Mitarbeiter müssen sicher auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen können. Damit dies gewährleistet ist, müssen Administratoren für die Sicherheit sämtlicher Endpunkte – die unternehmenseigenen Geräte, welche Mitarbeiter zur Telearbeit nutzen – sorgen. Schließlich könnte ein einziger Advanced Persistent Threat (APT)- oder Phishing-Angriff auf einen externen Mitarbeiter, welcher sich nicht an die Unternehmensvorschriften hält, ein ganzes Unternehmensnetzwerk gefährden.

Das zeigt, wie wichtig ein ganzheitliches Vorgehen in puncto Netzwerksicherheit ist. Dies beginnt mit sicheren Remote Access- und VPN-Technologien in Verbindung mit Firewalls und weiteren Sicherheitssystemen. Wenn Netzwerkadministratoren diese Lösungen einführen, ist Telearbeit auf jeden Fall genauso sicher wie die Arbeit im Büro. Zusätzlich bringt sie Vorteile durch Flexibilität.

Solange Führungskräfte nicht die gleichen Bedenken hinsichtlich Produktivität und Kultur teilen, wie die Verantwortlichen bei Reddit und Yahoo, könnten Richtlinien für Telearbeit genau das sein, was Unternehmen benötigen, um ihren Mitarbeitern ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zu ermöglichen, und um hoffentlich bessere Ergebnisse zu generieren.

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