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Zurück zum BlackBerry? Frustrierte Mobilgeräte-Nutzer lehnen BYOD zugunsten des früheren Marktführers ab

von VPNHaus | 30.07.2014 |Endpoint Management, IT policy, Mobile

BlackBerry-Nutzer zu sein ist derzeit nicht einfach.

BlackBerry hat wohl einen bekennenden Fan im Oval Office. Außerdem verfügt das Gerät über einige neue Features, mit denen man prahlen kann, wie beispielsweise einen digitalen Assistenten. Ungeachtet dessen musste das Unternehmen mit ansehen, wie Android-, Apple- und Microsoft-Handys BlackBerrys Marktanteile vollständig für sich erobert haben. Seine Popularität ist mittlerweile so weit zurückgegangen, dass das BlackBerry jetzt noch weniger beliebt ist als No-Name-Geräte. Scheint die Nachricht auch bedrückend, ist ein Wiederaufstieg des BlackBerry dennoch möglich, zumindest in einigen Kreisen.

Dank der von einigen als restriktiv angesehenen Richtlinien für Bring-Your-Own-Device (BYOD) und Remote Access, rebellieren einige Nutzer von Mobilgeräten in der Geschäftswelt gegen BYOD. In erster Linie wollen sie nicht, dass ihre privaten Mobilgeräte von den IT-Administratoren ihrer Arbeitgeber kontrolliert werden. Sie sagen, dass die Software für das Mobilgeräte-Management sowie die Überwachungsmechanismen die Batterien schnell aufbrauchen, den gewünschten Workflow unterbrechen und – was am allerschlimmsten ist – in ihre Privatsphäre eindringen. Dies Problem gab es bei den firmeneigenen BlackBerrys nie. Diese waren auch, im Gegensatz zu den Mobilgeräten der heutigen Marktführer, besser für den geschäftlichen Einsatz geeignet.

Diese Auskunft erhielt CIO Magazine von einer anonymen, frustrierten IT-Führungskraft eines New Yorker Investment-Unternehmens. Aus gleicher Quelle stammt die Information, dass 60 Prozent der Mitarbeiter des Unternehmens lieber wieder zwei separate Geräte benutzen würden, darunter ein BlackBerry nur für geschäftliche Zwecke, als ein Handy, auf dem sowohl private als auch berufliche Daten gespeichert werden. Dieser Mitarbeiter beschrieb detailliert die katastrophalen Bedingungen im Zusammenhang mit der internen BYOD-Problematik, hervorgerufen durch die invasiven BYOD-Richtlinien des Unternehmens.

Die Probleme, welche das Investment-Unternehmen plagen, lassen sich auf andere Unternehmen übertragen. Ob es tatsächlich eine weitverbreitete Nostalgiewelle gibt, wodurch BlackBerrys wieder zum wichtigsten Gerät der Mitarbeiter für den Fernzugriff auf Unternehmensnetzwerke werden, ist jedoch unklar. Klar ist, vor BYOD liegt sicherlich noch ein steiniger Weg. Dies gilt insbesondere angesichts der Tatsache, dass formelle BYOD-Richtlinien immer noch nicht so universell sind, wie man meinen sollte.

Bring-Your-Own-Dissatisfaction?

Trotz des ganzen Hypes stehen Unternehmen erst am Anfang der Einbindung von BYOD. Laut CompTIA's Third Annual Trends in Enterprise Mobility Study, einer von CompTIA veröffentlichten Studie über Entwicklungen im Bereich der Mobilität in Unternehmen, erlauben ungefähr die Hälfte der großen Unternehmen ihren Mitarbeitern die Nutzung von privaten Geräten am Arbeitsplatz nicht.

Die Vorteile von BYOD liegen auf der Hand. Laut den Ergebnissen der Studie sind Mitarbeiter bei zunehmender Mobilität mehr vernetzt, produktiver und haben mehr Kontakt zu Kunden.

Weiterhin erforscht die Studie die Gründe für die Skepsis der Unternehmen gegenüber BYOD. Die Befragten nennen als größte Hürde die Logistik im Zusammenhang mit der Geräte-Integration. Hierbei wird insbesondere die zusätzliche Komplexität genannt, welche mit der Verwaltung vieler verschiedener Mobilgeräte sowie der Kontrolle des Verhaltens der Mitarbeiter verbunden ist. Seth Robinson von CompTIA erklärte: „Unternehmensaspekte wie beispielsweise Verschlüsselung, geeignete Sicherheitseinstellungen und Unternehmensanwendungen erfordern weitergehende und ständige [Mitarbeiter-] Schulung.“ Für große Unternehmen stellt dies eigentlich kein Ressourcenproblem dar, für kleine und mittelständische Unternehmen allerdings schon.

Dies bedeutet, dass die Umsetzung von BYOD in Unternehmen noch ziemlich in den Kinderschuhen steckt. Auch Organisationen bleibt noch genügend Zeit für die Absicherung der Infrastruktur ihrer Netzwerke. Ein solcher Schutz verhindert, dass das Netzwerk Schwachstellen ausgesetzt wird, welche entstehen könnten, wenn Mitarbeiter ihre privaten Mobilgeräte mit zur Arbeit bringen. Die CompTIA-Studie stellt fest, dass verbesserte Technologien und ein zentrales Management von Sicherheitsvorrichtungen für den Mobilitätsbedarf von US-Unternehmen vorrangig sind.

Die Implementierung von Remote Access VPNs mit zentralen Management-Funktionen stellt für Unternehmen, welche diese Probleme angehen wollen, einen vernünftigen ersten Schritt dar. Durch die Verwendung einer derartigen Lösung kann ein Unternehmen seinen Mitarbeitern Zugriff auf das Unternehmensnetzwerk mit jedem beliebigen Gerät ermöglichen. Gleichzeitig ist die Sicherheit der sensiblen Daten gewährleistet. Netzwerkadministratoren können darüber hinaus sicherstellen, dass alle mit dem Unternehmensnetzwerk verbundenen Endgeräte richtlinienkonform sind. Dazu sind keine MDM-Technologien notwendig, welche Mitarbeiter möglicherweise als invasiv empfinden. Ist ein Gerät nicht richtlinienkonform oder tritt ein Sicherheitsproblem auf, können die Administratoren dank der zentralen Management-Funktionalität den Problemgeräten schnell die Zugriffsrechte für das Netzwerk entziehen oder die Geräte sperren.

Unternehmen werden möglicherweise dennoch einigen Widerstand von Mitarbeitern gegen BYOD erfahren. Einige werden vielleicht sogar wieder nach ihren BlackBerrys schreien. Letztendlich aber werden Unternehmen die wirtschaftlichen Vorteile und die Zufriedenheit der Mitarbeiter, welche mit BYOD verbunden sind, als zu verlockend empfinden, als dass sie sie ignorieren könnten.

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