Die geheime Rolle von VPNs im Zusammenhang mit Sicherheit und Stabilität von Raumfahrzeugen

Jeden Tag stehen Dutzende künstlicher Satelliten und Sonden auf ihrer Reise durch den Weltraum in ständiger Verbindung mit ihren Einsatzzentralen auf der Erde. Um dies zu ermöglichen, unterhält die US National Aeronautics and Space Administration (NASA) ein hochentwickeltes Netzwerk aus leistungsstarken Antennen und Sendern rund um die ganze Welt. Von strategisch günstigen, auf dem gesamten Planeten verteilten Standorten aus dient diese Infrastruktur der Überwachung und Kontrolle der allgemeinen Sicherheit und dem kontinuierlich guten Zustand von Raumfahrzeugen im Wert von mehreren Millionen Dollar, die für wertvolle wissenschaftliche Forschungsarbeiten eingesetzt werden. Das erdgebundene Raumüberwachungssystem der NASA „Deep Space Network“, bestehend aus einem komplexen Netzwerk hochsensibler, elektronischer Kommunikationsanlagen, ist weithin bekannt. Wohl weniger bekannt ist die Tatsache, dass Virtual Private Networks (VPNs) das Kernstück dieses Netzwerks bilden. Sie sorgen für eine schnelle, sichere und zuverlässige Kommunikation von Telemetriedaten, die durch das Netzwerk fließen.

Über das Deep Space Network

Um eine konstante Kommunikation mit Raumfahrzeugen zu ermöglichen und Signalunterbrechungen aufgrund der Erdrotation zu vermeiden, erstreckt sich das Deep Space Network der NASA über strategisch günstige Orte überall in den Vereinigten Staaten von Amerika und rund um die ganze Welt – einschließlich Australien und Spanien. Das Netzwerk ist das entscheidende Bindeglied für die Steuerung und Überwachung zahlreicher Weltraummissionen, darunter auch Juno, New Horizons und die Mars-Rover. Außerdem transportiert es Radarsignale zur Nachverfolgung von Asteroiden bei ihrem Vorbeiflug an der Erde.

Sicherheitsrisiken

Ungeachtet seiner weitaus größeren Dimensionierung unterscheidet sich das Deep Space Network nicht von anderen Computernetzwerken. Ebenso wie bei anderen Kommunikationsinfrastrukturen bergen die übertragenen Daten wertvolles geistiges Eigentum. Darüber hinaus werden viele der Daten automatisiert ausgetauscht (M2M-Kommunikation). Dies könnte im Falle von Hijacking mithilfe einer Schadsoftware Peinlichkeiten und gewaltige Schäden verursachen. Ein Angriff auf die Infrastruktur der NASA übersteigt vermutlich bei weitem die fachliche Kompetenz eines durchschnittlichen Cyberkriminellen. Dennoch könnte der eine oder andere Nationalstaat auf der Welt gewillt sein, die notwendigen Ressourcen dafür zu suchen. Ein staatlich gestützter Angriff würde von großem Nutzen sein. Bisher wurden Milliarden von Dollar in die Weltraumforschung einschließlich der Entwicklung völlig neuer Verteidigungstechnologien investiert.

Welche Rolle spielt VPN?

Es steht viel auf dem Spiel. Angesichts dessen wurden in den vergangenen zwölf Monaten Schritte unternommen, um den vorhandenen Schutz zu verbessern. NASA hat sich mit AT&T zusammengeschlossen, um die vom Raumfahrzeug über das Netzwerk gesendeten und empfangenen Daten mithilfe eines VPNs abzusichern. Die zusätzliche Datensicherheit ist nicht der einzige Vorteil. Das VPN beschleunigt außerdem die Datenübertragungen: Die Daten werden bis zu dreimal schneller als vorher übertragen. Das bedeutet, Weltraumkommunikation findet jetzt mit Geschwindigkeiten statt, die nahezu Echtzeit erreichen.

Was kommt als nächstes?

Satellitenstationen könnten bald Host für eine neue Ära von weltraumgestützten TV- und Videoinhalten sein. Aktuell liefert sich Amazon, bereits führend auf dem Gebiet Cloud Computing, einen Kampf mit Netflix um die Vorherrschaft im Bereich TV- und Video-on-Demand-Dienstleistungen. Beide Unternehmen haben schon viel in Software, Hardware und die Erstellung von originellen, qualitativ hochwertigen Videoinhalten für das Internet-Streaming investiert. Netflix hat derzeit die Nase vorn. Seine auf Abruf bereitgestellten TV-Sendungen und Filme machen gegenwärtig 35 Prozent des nordamerikanischen Internet-Traffic während der Hauptsendezeiten aus. Als Reaktion darauf sondiert Amazon gerade Möglichkeiten zur Ausweitung seiner eigenen Inhalte. Im Frühjahr 2017 arbeitete eine im Bereich Videocodierung tätige Amazon-Tochtergesellschaft, die die Cloud-Plattform der Amazon Web Services (AWS) unterstützt, mit NASA zusammen, um die erste Liveübertragung von der Internationalen Raumstation (ISS) zu senden. Eine Gruppe aus Virtual-Reality-Spezialisten, Führungskräften aus Hollywood und Computerfachleuten nahm an einer Debatte teil, in der es darum ging, inwiefern der Einsatz fortschrittlicher Bildgebungs- und Cloud-Technologien neue Wege in der wissenschaftlichen Forschung und Filmproduktion ebnen könnte. Sollte sich die weltraumgestützte Programmgestaltung durchsetzen, können wir davon ausgehen, dass wiederum VPNs ausschlaggebend für den Schutz der Privatsphäre und des exklusiven Zugriffs auf solche wertvollen Videodaten sind.

Fazit

Weltraumprogramme stellen ein wichtiges Testumfeld für sehr viele wissenschaftliche und technologische Entwicklungen dar. Die Datenkommunikation zwischen Erde und Raumfahrzeug birgt einige der sensibelsten und wertvollsten M2M-Daten überhaupt. Für Staaten und Organisationen, die diese protegieren, ist der Schutz ihrer Geheimnisse unerlässlich. Damit dies auch so bleibt, sollten sie logischerweise auf VPN-Technologie vertrauen. Anders, in Abwandlung eines berühmten Satzes, ausgedrückt: Im Weltall sieht niemand Deinen Stream.

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